Do 23.10.

Karl der Grosse     Zürich

18:00 – 19:15

«Zum Trotz» – Daniela Strigl erkundet eine zwiespältige Eigenschaft

 

In ihrem Essay befasst sich Daniela Strigl mit historischen und literarischen Phänomenen des Aufbegehrens gegen die Obrigkeit. Im Gespräch mit Stefan Zweifel geht sie u. a. der Frage nach, ob die Kunst in einer feindlichen Umgebung auf Trotz angewiesen sei. Was meinen Sie?

Trotzig ist, wer, womöglich gegen bessere Einsicht, an etwas Unvernünftigem festhält. Man verbindet Trotz mit Eigensinn, ja Sturheit, zum anderen ist er eine Bedingung des Widerstands: Wer jemandem trotzt, der widersetzt sich, mitunter auch einer Übermacht. Mag der Querulant einen üblen Ruf geniessen und der «Querdenker» jüngst in Verruf geraten sein, so nötigt uns der Querkopf doch nach wie vor Respekt ab. In seiner weiblichen Ausprägung galt er lange als besondere Provokation. Doch macht all das den Trotz schon zur Tugend?
Anhand von Figuren des Widerstands – vom Rebell über den Wilderer zur Heroine bis zum Desperado und dem Einzelkämpfer – sucht die Literatukritikerin und Essayistin die zahlreichen Facetten, in die der Trotz geschliffen ist, zu erkunden.
Stefan Zweifel, der in Strigls Buch in einer Episode selbst vorkommt, kennt sich bestens aus mit Literatur und hat Begegnungen erlebt mit Trotz und mangelnder Impulskontrolle.

Daniela Strigl

Daniela Strigl, geboren 1964 in Wien, Studium der Germanistik, Philosophie, Geschichte, Theaterwissenschaft. Essayistin, Literaturkritikerin, lehrt am Institut für Germanistik der Universität Wien, war Mitglied der Jury des Ingeborg Bachmann Preises (Klagenfurt) und Mitglied der Jury des Deutschen Buchpreises. Zahlreiche Preise: Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik 2001, Alfred Kerr Preis 2013, Berliner Preis für Literaturkritik 2015. Mitherausgeberin der Ebner-Eschenbach-Leseausgabe. Zuletzt bei Residenz erschienen: «Berühmt sein ist nichts. Marie von Ebner-Eschenbach. Eine Biographie.» (2016) und «Zum Trotz» (2025).
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Stefan Zweifel

Stefan Zweifel studierte Philosophie, Komparatistik und Ägyptologie an der Universität Zürich. Seine Doktorarbeit in Philosophie verfasste er gemeinsam mit Michael Pfister über Sade, Hegel und La Mettrie bei Helmut Holzhey. Darüber hinaus wirkte er federführend bei Ausstellungen über den Dadaismus und den Surrealismus mit. Er schreibt unter anderem Beiträge für die Neue Zürcher Zeitung, die Weltwoche, das Schweizer Onlinemagazin Republik und die Zeitschriften du sowie Literaturen. Seit 2023 ist Stefan Zweifel Künstlerischer Leiter der «Eventi letterari» auf dem Monte Verità, zusammen mit den künstlerischen Beratern Maike Albath und Stefano Knuchel. Von April 2007 bis Mai 2014 war Stefan Zweifel Teilnehmer der Sendung Literaturclub im Schweizer Fernsehen, die auch im Kulturprogramm 3sat läuft. Als Nachfolger von Iris Radisch moderierte er die Sendung von September 2012 bis zu seinem umstrittenen Ausscheiden aus dem Kritikerteam, das allgemein im Zusammenhang mit einem Eklat mit der Diskussionsteilnehmerin Elke Heidenreich wahrgenommen wurde.
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Sprache:

Deutsch

Wahlpreis:

CHF 35.00, CHF 25.00, CHF 15.00

Veranstaltungsort:

Karl der Grosse
Kirchgasse 14
8001 Zürich
Karl der Grosse ist ein Debattierhaus mit Bistro im Parterre und historischen Räumlichkeiten mitten in der Zürcher Altstadt. Während «Zürich liest» finden hier zahlreiche Veranstaltungen statt und auch das Festivalzentrum ist hier untergebracht.

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