Do 22.10.
Jesuitenbibliothek Zürich
Über Eva Illouz' «Der 8. Oktober»
Die israelische Soziologin Eva Illouz hat mit «Der 8. Oktober» ein Buch zur Debatte verfasst, die in progressiven westlichen Kreisen nach dem Überfall der Hamas auf Israel folgte. Christina Späti, Antisemitismus-Forscherin, und Francesco Papagni, Theologe, diskutieren darüber.
Die Ereignisse vom 7. Oktober 2023, der Überfall der Hamas auf die Kibbuzim und das Musikfestival Nova, haben Eva Illouz, die sich nach wie vor zur Linken zählt, tief erschüttert. In ihrem kämpferischen, 100 Seiten langen Essay «Der 8. Oktober» möchte sie wissen, warum sich in Westeuropa und Nordamerika progressive Kreise nicht mit den Opfern solidarisierten, sondern das Massaker als Akt des Widerstands legitimierten. Sie fragt, woher der neue Judenhass stammt und warum er sich selbst für moralisch überlegen wähnt.
Auf der Suche nach Erklärungen zeichnet sie nach, wie sowohl bestimmte Formen der Identitätspolitik als auch Theorien, die vom französischen Poststrukturalismus inspiriert sind, zum Nährboden für ein Denken wurden, das historische Tatsachen und die ihnen innewohnende Komplexität ausblendet und Israel zum Inbegriff des kolonialistischen Bösen stilisiert.
Christina Späti
Christina Späti ist ordentliche Professorin für Zeitgeschichte an der Universität Fribourg und hat selbst zum Thema Antisemitismus geforscht.
Francesco Papagni
Francesco Papagni ist katholischer Theologe und engagiert sich in der Erwachsenenbildung. Er arbeitet freiberuflich als Journalist. Zudem ist er Mitglied der Stiftung foxs, die Grenzfragen zwischen Philosophie, Theologie und den Wissenschaften bearbeitet.
Sprache:
Deutsch
Eintritt:
Eintritt frei
Veranstaltungsort:
Jesuitenbibliothek
Hirschengraben 74
8001 Zürich
