Sa 25.10.
Helferei Zürich
Silvia Süess: «Reden, um nicht zu ersticken. Uschi Waser – die Lebensgeschichte einer Jenischen»
Von 1926 bis 1973 wurden über 600 jenische Kinder vom «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» ihren Familien entrissen. Eine von ihnen ist Uschi Waser. Dieses Buch erzählt über ein folgenschweres Versagen der Schweiz und von einer Frau, die unermüdlich um Aufklärung und Gerechtigkeit kämpft.
Die Verfolgung der Jenischen in der Schweiz ist ein «Verbrechen gegen die Menschlichkeit». Zu diesem Schluss kommt im Februar 2025 ein im Auftrag des Eidgenössischen Departements des Innern erstelltes Rechtsgutachten. «Kinder der Landstrasse» war eine Aktion der Stiftung Pro Juventute, durchgeführt mit Unterstützung der Behörden.
Das wegweisende Rechtsgutachten ist dem jahrzehntelangen Kampf der Betroffenen zu verdanken. Eine von ihnen ist Uschi Waser. Als Baby, noch kein Jahr alt, wurde sie ihrer jenischen Mutter weggenommen. Sie wuchs in unzähligen Heimen auf, wo sie Gewalt und Demütigung erlebte. Erst mit über dreissig Jahren, inzwischen selbst Mutter von zwei Töchtern, erfuhr sie die Hintergründe ihrer leidvollen Kindheit und Jugend. Als sie ihre Akten las, brach für sie die Welt zusammen.
Das Buch erscheint Januar 2026, kann aber bereits vorbestellt werden.
Silvia Süess
Silvia Süess, 1976 in Brugg (AG), geboren, studierte an der Universität Bern und Fribourg Sozialanthropologie, Journalistik und Spanische Literaturwissenschaften. Sie ist seit achtzehn Jahren Kulturredakteurin bei der "WOZ Die Wochenzeitung" und hat zahlreiche Rezensionen, Porträts und Reportagen geschrieben und Interviews geführt. In mehreren Artikeln hat sie sich mit der Geschichte des Programms »Kinder der Landstrasse« auseinandergesetzt. Silvia Süess lebt mit ihrer Familie in Bern.
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Uschi Waser
Uschi Waser, 1952 in Rüti ZH geboren, wurde 1953 als uneheliches Kind vom »Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse« ihrer jenischen Mutter entrissen und wuchs in über zwanzig Heimen und Pflegefamilien auf. Im Erziehungsheim Zum guten Hirten absolvierte sie eine Lehre als Damenschneiderin. Später lebte sie im Tessin und schließlich im Aargau, wo sie einige Jahre in der Pflege und später als Spielgruppenleiterin arbeitete. Seit 35 Jahren kämpft sie für die Anerkennung des Unrechts an den Jenischen, tritt auch in Schulen und bei Veranstaltungen auf. Sie ist Mutter zweier erwachsener Töchter und mehrfache Großmutter.
Sprache:
Deutsch
Eintritt:
Eintritt frei
Veranstaltungsort:
Helferei
Kirchgasse 13
8001 Zürich
