Mi 21.10.

Karl der Grosse     Zürich

18:00 – 19:30

Lobotomie oder die Chirurgie des Wahnsinns – Ina Boesch und Dorothee Kohler erzählen

 

Im 20. Jahrhundert wurden zehntausende von Menschen Opfer der Lobotomie und anderer fragwürdiger Methoden in Psychiatrien. Ina Boesch und Dorothee Kohler beleuchten je anhand der Krankengeschichten ihrer Tanten eines der düstersten Kapitel der Medizingeschichte.

Heute gilt die Lobotomie als fataler Irrtum der Medizin. Mitte des 20. Jahrhunderts verfielen jedoch zahlreiche Chirurgen der Idee, den Wahnsinn mit einem Schnitt ins Gehirn beheben zu können. Das Ergebnis? Psychisch kranke Menschen wurden ruhig gestellt, ohne deren Leiden auch nur annähernd zu heilen. Trotzdem gewann die Lobotomie schnell an Beliebtheit, sodass immer mehr Menschen zum Opfer des Experiments wurden.

In «Marleen» und «Vier Seiten Leben» gehen die Autorinnen Ina Boesch und Dorothee Kohler den Folgen psychiatrischer Behandlungen nach: Marleen wurde 1947 lobotomiert, während Martha anderen fragwürdigen Methoden ausgesetzt war. Beide Bücher erzählen von den seelischen, psychischen und körperlichen Auswirkungen und werfen einen kritischen Blick auf die Medizingeschichte des 20. Jahrhunderts. Moderation: Marietta Meier.

Barbara Korp, Gewinnerin des Schreibwettbewerbs «VorSatz», liest zu Beginn der Veranstaltung ihren Text.

Ina Boesch

Ina Boesch ist Kulturwissenschaftlerin und freischaffende Publizistin. Sie war viele Jahre Kulturredakteurin bei Radio SRF 2 Kultur und ist Autorin mehrerer erzählender Sachbücher, darunter «Weltwärts» (Hier und Jetzt 2021) und «Schauplatz Avers. Geschichten einer Landschaft» (Hier und Jetzt 2023).
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Dorothee Kohler

Dorothee Kohler, geboren und aufgewachsen in St. Gallen, studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in Zürich und Tübingen. Nach ihrer Promotion unterrichtete sie Deutsch am Gymnasium. Sie veröffentlichte literarische Kurztexte in «Entwürfe. Zeitschrift für Literatur». Dorothee Kohler lebt in Zürich.
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Marietta Meier

Marietta Meier ist Titularprofessorin für Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich. Veröffentlichungen u. a.: Zwang zur Ordnung. Psychiatrie im Kanton Zürich, 1870-1970 (Mitautorin, 2007); Die Pragmatik der Emotionen im 19. und 20. Jahrhundert (Mithg., 2007).
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Barbara Korp

Barbara Korp ist Wienerin im Herzen, jedoch in der Schweiz zu Hause. Mal stille Beobachterin, mal präzise Gestalterin, doch immer verdichten sich in ihren Texten Eindrücke, Stimmungen und Begegnungen zu Geschichten, die zwischen Sinnlichkeit und Klarheit balancieren.

Sprache:

Deutsch

Wahlpreis:

CHF 35.00, CHF 25.00, CHF 15.00

 

Tageskasse am Veranstaltungsort

Veranstaltungsort:

Karl der Grosse
Kirchgasse 14
8001 Zürich
Karl der Grosse ist ein Debattierhaus mit Bistro im Parterre und historischen Räumlichkeiten mitten in der Zürcher Altstadt. Während «Zürich liest» finden hier zahlreiche Veranstaltungen statt und auch das Festivalzentrum ist hier untergebracht.

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