Fr 27.10.

mille et deux feuilles – Buchhandlung zum Mittelmeer und mehr     Zürich

19:30 – 21:00

Ivna Žic liest aus «Wahrscheinliche Herkünfte»

 

Wie und in welcher Sprache können wir von einer Vergangenheit, die wir nicht erlebt haben, erzählen? Wie können wir Erlebnisse anderer nachempfinden? In ihren Essays plädiert Ivna Žic für eine radikale Vielsprachigkeit, die einen Weg aus der Vergangenheit in eine europäische Zukunft schafft.

Wie erzählen von einer Vergangenheit, die wir selbst nicht erlebt haben? Wie und in welcher Sprache erzählen von und über Geschichten, die wir nicht nachempfinden können? Ivna Žic öffnet in ihren Texten Zugänge zu den völlig unterschiedlichen Welten ihrer beiden Grossmütter und des schweigsamen Grossvaters, in deren Leben sich europäische Geschichte und eine untergegangene Welt spiegeln, die nach wie vor in uns weiterlebt und unser Handeln bestimmt.
In zärtlicher Prosa und mit präzisen Beschreibungen geht Ivna Žic den Spuren ihrer Ahnen nach und eröffnet einen Ort des Wiedererkennens im anderen und des anderen. Diversität ist horizontal und vertikal, diachron und synchron. Žic' Text öffnet sich in einem Durchgang von der Vergangenheit in eine europäische Zukunft, in der sich eine neue, radikale Vielsprachigkeit längst Raum geschaffen hat, und lässt dadurch aus dem Privaten das Politische und aus den neuen Verhältnissen neue Erzählungen entstehen.

Ivna Žic

Ivna Žic ist 1986 in Zagreb geboren und aufgewachsen in Zürich. Nach dem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft, Schauspielregie und Szenisches Schreiben in Giessen, Hamburg und Graz inszeniert und schreibt sie als Theaterregisseurin und Dramatikerin u.a. am Theater Neumarkt, am Luzerner Theater, am Schauspielhaus Wien und an den Münchner Kammerspielen. 2020 - 2022 gehörte sie zum Leitungsteam von Theater HORA in Zürich und arbeitet weiterhin an Projekten mit dem Ensemble. Für ihren Debütroman "Die Nachkommende" wurde sie 2019 sowohl für den Österreichischen Buchpreis als auch für den Schweizer Buchpreis nominiert. 2020 erhielt sie den renommierten Anna Seghers-Preis; 2022 den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis. Ivna Žic lebt in Zürich und Wien.

Sprache:

Deutsch

Eintritt:

CHF 15.00

Ermässigung:

CHF 7.00

 

Mit anschliessendem Apéro

Personen in Ausbildung, Inhaber:innen der KulturLegi, IV-Beziehende, AHV-Beziehende

 

Die Vorstellung ist abgesagt!

Veranstaltungsort: