Sa 24.10.

Karl der Grosse     Zürich

14:00 – 15:30

Ingeborg Bachmanns «Todesarten» und der Film «Modi di Morire» – Screening und Gespräch

 

Ausgehend von Ingeborg Bachmanns unvollendet gebliebenem Romanzyklus «Todesarten» verbindet «Modi di Morire» Textfragmente Bachmanns zu einer assoziativen Filmcollage. Filmscreening und anschliessendes Gespräch mit Regisseurin Tina-Maria Feyrer und Philipp Theisohn, moderiert von Martina Caluori.

Ingeborg Bachmanns Romanprojekt «Todesarten» zählt zu den zentralen literarischen Auseinandersetzungen mit Gewalt, Sprache, weiblicher Existenz und gesellschaftlicher Einschreibung im deutschsprachigen Raum des 20. Jahrhunderts. Bachmann versteht Tod dabei nicht als singuläres Ereignis, sondern als strukturellen Prozess, der sich bereits im Leben manifestiert. Die Todesarten erscheinen als metaphorische, psychische und gesellschaftliche Formen des Sterbens: als Sprachlosigkeit, Identitätsverlust, patriarchale Gewalt, Isolation, Wahnsinn und innere Zersetzung.

«Modi di Morire» greift diese Gedanken auf und überführt sie in eine eigenständige filmische Form. Ausgewählte Textpassagen aus «Malina», «Der Fall Franza» und «Requiem für Fanny Goldmann» bilden einen Resonanzraum, der nicht adaptiert, sondern filmisch weitergedacht wird.

Nach dem Filmscreening sprechen Regisseurin Tina-Maria Feyrer und Philipp Theisohn über Ingeborg Bachmann und den Dialog zwischen Roman und Film.

Tina-Maria Feyrer

Tina-Maria Feyrer ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin mit Lebensmittelpunkten in Österreich und Italien. Ihr Schwerpunkt liegt auf experimentellem und avantgardistischem Kino sowie Videokunst. Dabei verbindet sie Regie, Kamera und Montage in ihrer künstlerischen Praxis. Sie gründete das Künstler*innenkollektiv »h e r r m a u s e r«, das sich der Erforschung, Förderung und Präsentation des Avantgardefilms widmet.
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Philipp Theisohn

Philipp Theisohn, geboren 1974 in Bad Dürkheim, ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Direktor des Zentrums für literarische Gegenwart an der Universität Zürich. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die Literaturen der Schweiz.
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Martina Caluori

Martina Caluori lebt als Lyrikerin und Autorin in der Schweiz. Zwischen Prosa und Poesie, fasziniert von Übergängen, Vergänglichkeit und der Gestaltung von Form und Stimme im Dazwischen. Sie bewegt sich schreibend inter- und transdisziplinär, arbeitet mehrsprachig und ist in kollaborativen Kunst- und Kulturprojekten aktiv. Nach einem Studium der Publizistik und Filmwissenschaften debütierte sie 2019 mit dem Lyrikband Frag den Moment (Pro Lyrica), gefolgt von Mundartlyrik für Öpadia: A Novella us Graubünda (2021, Arisverlag) und ihrem Kurzprosadebüt Weisswein zum Frühstück (2022, lectorbooks). 2023 erschien ihr Gedichtband mit Audiowerk Ich weine am liebsten in Klos (lectorbooks). Zudem werden ihre Texte in Anthologien und Magazinen publiziert. Ihre Lyrik führte sie zu Festivals und Literaturveranstaltungen in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Rumänien und Italien. Für ihren Debütroman Schatten der Pinus (2026, lectorbooks) erhielt sie den Literarischen Werkbeitrag der Stadt Chur sowie den Grossen Werkbeitrag des Kantons Graubünden; zudem wurde der Roman in die Auswahl von New Books in German (Spring 2026) aufgenommen.
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Sprache:

Deutsch

Wahlpreis:

CHF 35.00, CHF 25.00, CHF 15.00

 

Tageskasse am Veranstaltungsort

Veranstaltungsort:

Karl der Grosse
Kirchgasse 14
8001 Zürich
Karl der Grosse ist ein Debattierhaus mit Bistro im Parterre und historischen Räumlichkeiten mitten in der Zürcher Altstadt. Während «Zürich liest» finden hier zahlreiche Veranstaltungen statt und auch das Festivalzentrum ist hier untergebracht.

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