Fr 24.10.
Salon zum Rehböckli Zürich
Fabio Andina auf den Spuren seines Grossvaters: «Sechzehn Monate»
Giuseppe half, Flüchtende in die Schweiz zu bringen. Er wird verraten und von den Nazis verschleppt. Frau und Kinder bleiben in Ungewissheit. Nach 16 Monaten kehrt er zu Fuss von Mauthausen nach Cremenaga zurück. Fabio Andina erzählt diese Geschichte seines Grossvaters.
Moderation: Roman Bucheli.
Zeit seines Lebens hat Giuseppe Vaglio über seine Gefangenschaft im Lager Mauthausen geschwiegen, hat geschwiegen über diese sechzehn Monate Abwesenheit von seinem Zuhause, die dem Roman den Titel geben. Sein Enkel Fabio hat die Ereignisse aufgrund weniger Dokumente rekonstruiert und literarisch aufbereitet. Entstanden ist ein ebenso sensibler wie bewegender Roman, der zurecht mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet wurde.
Fabio Andina hat diesen Sommer den Weg von Mauthausen nach Cremenage selbst unter die Füsse genommen, im Gespräch mit Roman Bucheli wird er bestimmt auch davon erzählen.
Das Gespräch wird auf Italienisch geführt, Roman Bucheli übersetzt zusammenfassend. Matthias Senn liest die deutschen Passagen aus «Sechzehn Monate».
Mit Apéro très riche.
Fabio Andina
Fabio Andina, geboren 1972 in Lugano, studierte Filmwissenschaften und Drehbuch in San Francisco. Heute lebt er im Bleniotal. Sein Roman Tage mit Felice erschien 2020 auf Deutsch, wurde mehrfach ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt. 2021 folgten der zweisprachige Prosaband Tessiner Horizonte – Momenti Ticinesi (mit Zeichnungen von Lorenzo Custer) und 2023 der Roman Davonkommen, der die Vorgeschichte des namenlosen Erzählers von Tage mit Felice enthüllt. Auf Italienisch liegt zudem der Erzählband Sei tu, Ticino? vor.
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Roman Bucheli
Roman Bucheli, geboren 1960 in Emmenbrücke, begann 1980 das Studium der Germanistik und Philosophie an der Universität Freiburg, das er mit einer Dissertation über den Lyriker Alexander Xaver Gwerder in Zürich abschloss. Sprachaufenthalte führten ihn während des Studiums nach Italien, den Niederlanden und in die USA. Nach Tätigkeiten bei einer Bank und bei einer Softwarefirma wurde er 1994 Redaktor beim Deutschen Literatur-Lexikon. Gleichzeitig publizierte er regelmässig Literaturkritiken in der NZZ und in weiteren Schweizer Tageszeitungen. 1999 trat er in die Feuilleton-Redaktion ein, wo er zuständig ist für die deutschsprachige Literatur aus der Schweiz und Deutschland, für die niederländische Literatur sowie für das Kinder- und Jugendbuch.
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Matthias Senn
Matthias Senn studierte Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Zürich. Er liess sich daneben am Zürcher Konservatorium bei Sylvia Gähwiller und Ulrich Studer in Gesang ausbilden und nahm Unterricht in Sprechtechnik. Während 27 Jahren war er Kurator am Schweizerischen Nationalmuseum in Zürich. In der Freizeit musikalisch aktiv und interessiert an den Möglichkeiten sprachlichen Ausdrucks, trat er solistisch und als Mitglied mehrerer Vokalensembles auf.
Sprache:
Italienisch
Übersetzung:
mit Übersetzung
Eintritt:
CHF 40.00
Ermässigt:
CHF 25.00
Die Vorstellung ist ausverkauft!
Veranstaltungsort:
Salon zum Rehböckli
Trittligasse 26
8001 Zürich
