03.09.2019
Liebe Freundinnen und Freunde von «Zürich liest»
Ab heute ist das Programm von «Zürich liest'19» online und bald auch in gedruckter Form in Buchhandlung und Trams zu finden. «Sein und Schein» ist nicht scheinbar ein gefälliges Motto, tatsächlich betrifft es uns ganz konkret, denn jeder Mensch ist diesen Antagonismen ausgesetzt. Die einen pochen auf Wahrhaftigkeit, andere lassen mehr Interpretationsraum zu. Manchmal spielt man eine Rolle, gewollt oder gezwungenermassen, dann wieder besteht man auf Meinung und Haltung. Des einen Blick auf eine Begebenheit muss nicht auch der Wahrnehmung Anderer entsprechen.
Tagebuch, Biografie und Beziehung
Tagebücher können ein Mittel sein, sich selbst und die Umwelt zu ergründen. Pavel Kohout kommt mit «Aus den Tagebüchern eines Europäers» endlich mal wieder nach Zürich. Biografien sind die Tagebücher mit Zweitmeinung. Da gibt es zum Beispiel Nellie Bly zu entdecken, Kurt Mettler, Basrie Sakiri-Murati oder «Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeitindianers», für Kinder haben wir einen Workshop, wie man ein Comictagebuch führt, und natürlich auch Schreibkurse für Erwachsene. Nicht zuletzt bietet die Ausstellung «Thomas Mann im Exil» Einblicke in seine in Amerika entstandenen Tagebücher. Beziehungen sind schön, bergen aber auch das Risiko, dass der Alltag die Romantik zu ersticken droht. Diese «Beziehungsweisen» singen zusammen Judith Kuckart, Martin R. Dean, Philipp Tingler und Katja Schönherr – durch diesen Pa(a)rcours führt Monika Schärer. Das Thema, gerne auch mit Familie arosiert, ist virulent – noch mehr Einsichten bieten etwa Simone Meier, Andrew Ridker, Pascale Kramer oder Birgit Schmid zusammen mit Ludwig Hasler. Beziehungen können auch zu einem Ende kommen. Unsere Veranstaltungen zum Thema Abschiedsbriefe von Frauen, das Leben im Sterben oder Trauern können dabei helfen, ein gutes Ende zu finden.
Übersetzen, verlieren und erfinden
Wörter haben oft mehrere Bedeutungen. Die Kunst des Übersetzens besteht darin, eine ebenso elegante wie treffende Lösung zu finden. Das Projekt «Der lyrische Wille» etwa versucht sich in lyrischer Kettenübersetzung – exklusiv bei «Zürich liest 2019» findet die 5. Runde statt u. a. mit Michael Fehr und Rebecca Gisler. Wie man in einer anderen als seiner Muttersprache schreibt, das kann man bei Jaroslav Rudiš erleben, aber auch bei den Sofalesungen, die sich dem Thema «Ankommen» verschrieben haben. Wörter können aussterben oder erfunden werden. Das zeigen wir mit einer Reise durch das Grimm’sche Wörterbuch und einem «Lottospeech» rund um die Neologismen aus dem «Thesaurus rex».
Widerspruch, Wissen und Flunkern
Die virtuelle Realität (VR) scheint sich mit dem diesem Begriff innewohnenden Widerspruch versöhnt zu haben. Wie das mit Literatur zusammengeht, zeigt «LOS 360° VR (RC)» anhand einer Erzählung von Klaus Merz. Thomas Meyer spielt in seiner «Wolkenbruch»-Fortsetzung mit gefährlichen Verschwörungstheorien. Krimis leben häufig vom Widerspruch zwischen Sein und Schein – zu erleben u. a. mit Ste Pörtner, Petra Ivanov, Hansjörg Schertenleib, Gabriela Kasperski oder Ina Haller. Und zum Schluss gibt es jene, die sagen: «Vertrauen Sie mir, ich weiss, was ich tue.» Der das sagt, ist Denis Scheck. Er kennt die hundert besten Bücher.
Grosses Kinderprogramm
Im GZ Riesbach, im Kosmos und an vielen anderen Orten finden höchst attraktive Veranstaltungen – Lesungen, Parties, Workshops – für Kinder und Jugendliche statt. Ein paar Namen? Katja Alves, Eveline Hipeli, Kirsten Boie, Antja Szillat, Karen McManus, Jon Klassen, Marcel Naas, Stephan Sigg, Pia Schad, Daniele Meocci, Claudia Walder, Aljoscha Blau. Wiederum werden Preise vergeben: Der Book Star 2019 und der Zürcher Kinderbuchpreis.
«Zürich liest» finden Sie auch auf Facebook, Twitter und Instagram. Auf www.zuerich-liest.ch finden Sie alle Informationen zum Programm.
Mit herzlichen Grüssen aus dem Festivalbüro wünschen wir jetzt schon viel Vergnügen bei «Zürich liest'19»
Violanta von Salis und Martin Walker
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